Enthüllung der ersten Tafel
FrauenOrte im Land Brandenburg
Am 13. November 2010 wurde im Anschluss an die Ausstellungseröffnung "Else Weil – Fragmente eines deutsch-jüdischen Lebensweges" die erste Tafel des Projekts „FrauenOrte im Land Brandenburg“ am Ratskeller in Rheinsberg enthüllt, die an die erste Ehefrau Kurt Tucholskys erinnert. Else Weil und er reisten 1911 nach Rheinsberg und verbrachten dort gemeinsam ein Liebes-Wochenende. Die daraus entstandene Erzählung "Rheinsberg. Ein Bilderbuch für Verliebte" wurde ein großer Erfolg. Das Buch gibt auch den Platz der Gedenktafel vor: Bei ihrem gemeinsamen Wochenende gastierten Else Weil und Kurt Tucholsky vermutlich im heutigen Ratskeller. Der Autor beschreibt im Text den Blick auf die Linden und den Obelisken auf dem Triangel-Platz.
Mit der Enthüllung der ersten Tafel ist der Startschuss zu einem Projekt gegeben, dessen Ziel es ist, bekannte, aber auch unbekannte Frauen zu würdigen und mit Orten in Brandenburg zu verbinden. Gemeinsam mit Menschen vor Ort, die dieses Ziel unterstützen, wird durch das Aufstellen der Tafeln an das Leben und Wirken solcher Frauen erinnert, die ihrer Zeit voraus waren, die emanzipatorisch auf politischem, wissenschaftlichem, sozialem oder kulturellem Gebiet gewirkt haben und deren Erbe nicht in Vergessenheit geraten soll. Mit Hilfe der FrauenOrte wird Bekanntes, zum Teil Vergessenes und ebenso Alltägliches lebendig. Sie tragen zur Erweiterung der Geschichte(n) des Landes Brandenburg bei.
Weitere Tafeln im ganzen Land Brandenburg werden folgen: Am 20. November 2010, um 11.00 Uhr in Templin für die Heimatdichterin Erna Taege-Röhnisch und um 15.00 Uhr in Schwedt für Dorothea von Holstein-Glücksburg, Kurfürstin von Brandenburg. Eine Fortsetzung des Projekts in den nächsten Jahren ist geplant.
Das Projekt des Frauenpolitischen Rates Land Brandenburg findet im Rahmen des Themenjahres Kulturland Brandenburg 2010 „Mut & Anmut. Frauen in Brandenburg - Preußen“ statt. Es wird gefördert durch das Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Familie
des Landes Brandenburg.
Else Weil (1889-1942) ist eine der ersten Medizinstudentinnen in Preußen. 1917 erhält sie die Zulassung als Ärztin und promoviert zum Doktor der Medizin. Gemeinsam mit ihrem Freund Kurt Tucholsky, den sie später heiratet, reist sie als junge Studentin nach Rheinsberg, um hier ihre Zweisamkeit zu genießen. Das romantische Wochenende wird zur Vorlage für Tucholskys Erzählung „Rheinsberg. Ein Bilderbuch für Verliebte“.

Ort: Ratskeller Rheinsberg, Markt 1, 16831 Rheinsberg


