Ausstellungseröffnung
„Brandenburger Bräute"
Anmut in Weiß im Potsdamer Stadtteil Schlaatz: Denn in der Ausstellung "Brandenburger Bräute", die am 16. September 2010 eröffnet wurde, dreht sich alles um die Heirat und die Ehe. Geschichte(n), Schicksale und Bilder von Brandenburger Bräuten aus Vergangenheit und Gegenwart werden erzählt und gezeigt. Beim Brautumzug durch das Wohngebiet strahlten die zahlreichen Bräute aus verschiedenen Ländern, wie einst am "schönsten" Tag im Leben. Und die Hochzeitstorte durfte natürlich auch nicht fehlen...

In der zweigeteilten Ausstellung im Bürgerhaus am Schlaatz und im Haus der Generationen und Kulturen kann der Besucher vieles rund um das Heiraten erfahren: Das Geheimnis um zahlreiche Hochzeitsbrauchtümer, wie das Abtanzen des Brautschleiers, das Reiswerfen nach der Zeremonie oder das Zerschlagen von Porzellan am Polterabend werden gelüftet. Geschichten, teilweise lustige, teilweise anrührige, aus ganz Brandenburg, etwa aus dem Fläming und der Prignitz, werden erzählt. Und viele Fotos werfen ein Blick in die Vergangheit, zeigen, wie es etwa 1920 üblich war, das Fest der Liebe zu feiern.
Die Ausstellung zeigt Beispiele von Liebeshochzeiten und tiefer Verbundenheit der Ehepartner, wie auch arrangierte Ehen - prominentestes Beispiel ist sicherlich Königin Luise - und Zwangsverheiratungen. Die kulturellen und religiösen Besonderheiten, Riten und Traditionen rund um die Hochzeit werden gleichermaßen aufgezeigt, wie die verschiedenen
Lebensentwürfe von Frauen unterschiedlicher Generationen, Herkunft und ethnischer Communities. So konnten die zahlreichen Besucher zur Eröffnung der Austellung erfahren, wie unter anderem in Westafrika geheiratet wird. Dort muss der Mann mindestens drei Mal bei der Familie der Auserwählten vorsprechen und jedesmal wertvolle Geschenke mitbringen, um die Gunst der - hoffentlich - Zukünftigen zu erhalten. Frauen aus Nigeria, die am Schlaatz leben, präsentierten in original traditionellen Gewändern, mit viel Tanz und Lebensfreude die Zeremonie des Umwerbens.
Die in der Schau
präsentierten Fotografien aus dem Archiv historische Alltagsfotografie zeigen Hochzeiten und Brautpaare aus den letzten 120 Jahren, die auch einen Blick auf die Veränderungen in der Brautmode werfen. Denn wenn, wie etwa zu DDR-Zeiten, es kein weißes Brautkleid im Geschäft zu kaufen gab, mußte improvisiert werden.

Für das Projekt "Brandenburger Bräute" wurden zahlreiche Frauen, aber auch Ehepaare, aus Potsdam und ganz Brandenburg interviewt. Sie erzählen, warum und unter welchen Umständen sie sich trauten, sie berichten von Wünschen und Sehnsüchten, von Schwierigkeiten und Sorgen. Besonders hervorzuheben ist der multikulturelle Aspekt der Ausstellung: Denn Frauen aus verschiedenen Nationen spiegeln das Leben am Schlaatz wieder. So wird etwa eine Prinzessin aus Uganda porträtiert, die im Potsdamer Stadtteil lebt und auch in der Stadt ihre Hochzeit feierte.

Die Ausstellung ist ein Kooperationsprojekt der Gemeinwesenakademie des Vereins Soziale Stadt Potsdam, des Potsdamer Stadtteilmanagement am Schlaatz, des Archivs historische Alltagsfotografie und des Vereins Nachbarschaftsmuseum.
Ein umfangreiches Begleitprogramm mit Vorträgen, Lesungen, Gesprächen und Filmveranstaltungen vertieft das Thema rund um die Brandenburger Bräute.
Laufzeit: 17. September - 18. November 2010
Orte: Bürgerhaus am Schlaatz, Schilfhof 28, 14478 Potsdam und Haus der Generationen und Kulturen, Milanhorst 9, 14478 Potsdam






